Gruppe Landesverband

"Deine Geschichte zählt!"


Seit rund einem Jahr leben, lernen und leiden wir mit der Corona-Pandemie. Im Zuge der einsetzenden staatlichen Maßnahmen lautetet unsere Forderung an die Politik:
„Wer Mut und Verantwortung übernimmt, muss geschützt werden.“

Viele von uns haben in den letzten Monaten viel Mut und noch mehr Verantwortung übernommen, um dem Virus und den Herausforderungen der Corona-Maßnahmen zu begegnen.
Ein Jahr später wollen wir von Euch wissen, wie gut die junge Wirtschaft in Rheinland-Pfalz tatsächlich geschützt wurde.
Deshalb erzählt uns Eure Corona-Unternehmensgeschichte.
•    Wie hat die Pandemie Euer Unternehmen beeinflusst?
•    Habt Ihr finanzielle Unterstützung in Anspruch genommen?
•    Wie hat sich Eurer Geschäftsmodell und Euer Alltag im Unternehmen verändert?

Wir sammeln Eure Geschichten per E-Mail an: WJ-RLP@koblenz.ihk.de

Damit wollen wir ein Bild der aktuellen Lage der jungen Wirtschaft in Rheinland-Pfalz zeigen. Außerdem helfen Eure Rückmeldungen (Auf Wunsch bleiben diese gerne anonym) dabei, uns mit konkreten Forderungen und Positionen an die Politik zu wenden. Wir sind gespannt auf die Berichte aus Euren Kreisen.


"Bitte Zukunft RLP!"



Ganz nach unserem Motto #digitalezukunftgemeinsamgestalten, fiel am 22.04.2020 der Startschuss zur Politikgespräch-Reihe „Bitte Zukunft RLP!“, dem digitalen Know-how-Transfer mit dem rheinland-pfälzischen Landtag. Wir schauen auf vier Sitzungen und eine Abschlussveranstaltung zurück, natürlich alle digital, in denen über die Auswirkungen der Corona-Krise, Beantragung der Soforthilfe über die ISB und mögliche Exit-Strategien aus dem Lockdown diskutiert wurden. Bei jeder Sitzung, die ca. 90 – 120 Min. dauerte, waren zwischen 25 und etwas über 40 Teilnehmern dabei.

Der erste Gast am 22.04.2020 war MdL Dr. Helmut Martin, wirtschafts- und verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Er stand Rede und Antwort und lud sogar den Vorstand der Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz zur Teilnahme an einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags im Rahmen des geplanten Knowhow-Transfers ein!

Am 29.04.2020 war der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 Die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag Herr Dr. Bernhard Braun zu Gast.Er sprach sich dabei für einen "arbeitsfreundlicheren, klimafreundlicheren und digitalisierungsfreundlicheren Neustart" nach der Krise aus. Als Gast nahm auch Frau MdL Dr. Anna Köbberling teil, da die Veranstaltung mit ihr und MdL Alexander Schweitzer auf den 4. Mai verschoben wurde. Herr Dr. Braun hatte sogar auf seiner Facebookseite öffentlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Fast 40 Teilnehmer diskutierten mit Herrn Dr. Volker Wissing (Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes RLP) am 30.04.2020 über die Auswirkungen der Corona-Krise. Dr. Wissing sprach sich dabei für eine "kriterienabhängige Öffnung statt einer branchenabhängigen Öffnung" nach dem Lockdown aus. Jedes Unternehmen, das die Hygienestandards erfüllt, sollte wieder öffnen dürfen.

In der 4. Ausgabe am 04.05.2020 durften wir Alexander Schweitzer, Fraktionsvorsitzender der SPD im rheinland-pfälzischen Landtag, mit seiner Kollegin und wirtschaftspolitischen Sprecherin der SPD im rheinland-pfälzischen Landtag Dr. Anna Köbberling begrüßen. Schweitzer schloss weitere Soforthilfen auf Landesebene aus und sprach sich für strukturelle Hilfen in der 2. Jahreshälfte aus für Unternehmen, die besonders stark betroffen sind. Auch Frau Dr. Köbberling befürwortete konjunkturelle Maßnahmen, um die Wirtschaft zu stützen.

Zur Abschlussveranstaltung am 05.05.2020 des Formats "Bitte Zukunft RLP!" waren alle Teilnehmer der vier Fraktionen und Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing dabei. Der Fokus lag auf der nachhaltigen Ausrichtung aller zukünftigen Maßnahmen. Über 40 Teilnehmer brachten sich in die Diskussion über die Zukunftsstrategien des Landes Rheinland-Pfalz ein. Die Kernthemen waren folgende:
1. Strategien, um Gesundheit, Wirtschaft und soziales Leben trotz Coronavirus in Einklang zu bringen
2. Wo stehen wir im Mai 2022? Konjunkturpakete, Stabilisierung der Wirtschaft, Steuern und Sozialabgaben?
3. Homeoffice und Homeschooling? Wie beeinflusst die Pandemie die künftige Entwicklung?

Die Politiker äußerten sich begeistert über das Format. Sie sprachen den Wirtschaftsjunioren Anerkennung für ihr Engagement aus und luden sie fraktionsübergreifend zu einem stetigen Knowhow-Transfer ein.

Besonders hat uns gefreut, dass unser Bundesvorsitzender Sebastian Döberl an unserer Abschlussveranstaltung aktiv teilgenommen hat.

In Summe nutzten in unseren 5 Ausgaben über 80 Wirtschaftsjunioren die Möglichkeit ihre Fragen, Sorgen, Appelle und Anregungen an die Politiker zu adressieren.

Wir freuen uns über die Einladungen der Fraktionen den Dialog fortzuführen und freuen uns schon jetzt auf weitere spannende gemeinsame Formate, digital und hoffentlich auch bald wieder analog.

DANKE an alle Akteure, nur durch das hervorragende Zusammenspiel von Politikern und Wirtschaftsjunioren ist das Format zu dem geworden, was wir erleben durften.

Wer Mut und Verantwortung übernimmt muss gestützt werden



Mut und Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter, für die Kunden und letztendlich für die gesamte Volkswirtschaft übernehmen Unternehmer/innen täglich. Sie stützen unser BIP und schaffen Arbeitsplätze und Güter. Diese Unternehmen dürfen in schwierigen Zeiten nicht alleine gelassen werden! Wir dürfen unsere besondere Wirtschaftsstruktur, die uns Flexibilität, Innovation und Wohlstand sichert nicht aushöhlen lassen.


Das Besondere der deutschen Unternehmensstrukturen:

Deutschland stellt mit seinen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs), die 99% aller Unternehmen ausmacht1, eine absolute Ausnahme, die unser Wirtschaftssystem bisher so stark und innovationsstark gehalten hat. Von diesen 99% fallen 87,6% aller Unternehmen in die Kategorie Kleinstunternehmen und weitere 9,6% an Kleinunternehmen2. Um es anschaulich darzustellen: Kleinstunternehmen beschäftigen weniger als 10 und Kleinunternehmen weniger als 50 Mitarbeiter.


Aber was ist das Problem?

Und jetzt denken Sie bitte an Startups, Gastronomie, Handwerk, Pflegeeinrichtungen, Handel, Beratungen, Tourismus und Hotellerie, bitte denken Sie an alle die Unternehmen, deren Schilder man an diversen Hauseingängen beim Sonntagsspaziergang durch Ihre Stadt sieht. Nochmal, das sind fast 97% aller Unternehmen Deutschlands. Glauben Sie wirklich, dass jedes dieser Unternehmen so hohe Rücklagen ausweisen kann, dass Einnahmeausfälle bei anhaltenden Personal- und Mietkosten, etc. stemmbar bleiben? Bitte versetzen Sie sich in die Situation eines solchen Unternehmers, mit seinen 10 Mitarbeitern. Stellen Sie sich vor, wie er nachts nicht schlafen kann, da ihm die Kundschaft wegbricht und er nicht weiß, wie er seine Mitarbeiter halten soll. Dabei weiß er ganz genau, dass Familienschicksale hinter den Kündigungen stehen, die er aussprechen müsste. Wollen Sie tauschen? Nein! Wollen Sie mit Mut und Verantwortung ein Unternehmen eröffnen, Arbeitsplätze schaffen, Produkte und Dienstleistungen produzieren und am Wohlstand der Nation aktiv mitarbeiten und dann auf der Strecke bleiben müssen, weil sie eben das systemunkritischste Rädchen in unserer Volkswirtschaft sind. Nein. Nein. Nein, sagen wir Wirtschaftsjunioren in Rheinland-Pfalz.


Das Rückgrat unserer Volkswirtschaft stützen

Deshalb sprechen wir Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz, als stärkstes Unternehmer- und Führungskräfte-Netzwerk Rheinland-Pfalz, uns vehement dafür aus, dass unsere KMUs geschützt werden. Wie? Mit Soforthilfen, wie sie auch bereits in Bayern gezahlt werden. Wir wissen, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann, wir wissen, dass Großunternehmen systemrelevanter sind, alleine auf Grund der Tatsache, dass dort viel mehr Menschen pro Unternehmen angestellt sind.

Aber dennoch sind wir die 97%, die ebenfalls Unterstützung brauchen. Wir brauchen Liquidität in unseren Unternehmen, jetzt, um unsere Mitarbeitergehälter und unsere Ausgaben zu decken. Ja, wir wissen, dass die kfw als auch die Infrastrukturbank Rheinland-Pfalz (isb) und die Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz mit Darlehen und Bürgschaften unterstützt, aber dennoch nicht auf die kommende Nachfrage eingestellt sind. Bitte liebe Landesregierung handeln Sie jetzt. Seien Sie genauso innovativ wie Ihre KMUs und helfen Sie uns Kosten- und Ausgaben zu senken. Angefangen von Steuerstundungen, über Mietzuschüsse, zinsfreie Darlehen, Zuschüsse für Homeoffice- und Digitalisierungslösungen als auch für Fortbildungen für unsere Mitarbeiter. Wir sehen, dass es in vereinzelten Städten in Rheinland-Pfalz erste Umsetzungsmaßnahmen gibt, aber wir brauchen flächendeckende Aktivitäten im gesamten Bundesland.


Lassen Sie uns gemeinsam an Lösungen arbeiten

Wir Wirtschaftsjunioren zeichnen uns dadurch aus, nicht nur zu reden, sondern zu handeln. Deshalb bitten wir Sie und fordern Sie auf mit uns in den Dialog zu gehen. Wir sind das Sprachrohr der 97%, wir kennen die Bedarfe, Probleme und Herausforderungen unserer KMUs, weil wir die KMUs sind. Greifen Sie auf unseren Mut und unser Verantwortungsgefühl zurück, damit wir gemeinsam Lösungen in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, wie unsere Bundeskanzlerin sagte, finden und entwickeln. Lassen Sie uns gemeinsam im Dialog gegen eine Wirtschaftskrise angehen, damit wir gerade in diesen Zeiten wieder an Mut und Tatenkraft glauben können. Wir sind bereit, sind Sie es auch?

Ihr Landesvorstand der Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz,


Kirsten Müller                                           Robert S. Claussen
Landesvorsitzende                                    IPP / Landesvorsitzender 2018/19
Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz            Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz